Welche Materialien die Qualität Ihrer Traktorreifen garantieren

Landwirtschaftsreifen sehen im Allgemeinen alle ziemlich gleich aus, egal um welche Marke es sich handelt, so dass es relativ schwierig ist, visuell zwischen einem Qualitätsreifen und einem Basisreifen zu unterscheiden. Also wird - zu Unrecht - der Preis als Unterscheidungsmerkmal herangezogen und die Marke und nicht so sehr der Reifen an sich gekauft, wie bei anderen Konsumgütern auch.
Trotzdem sind die Unterschiede von Agrarreifen zu Agrarreifen enorm, was vor allem an der Herstellung und den den Reifen bildenden Materialien liegt. Das Ergebnis sind eine höhere Verschleißfestigkeit, höhere Perforations- und Schnittfestigkeit, mehr Elastizität, Fahrkomfort, Stabilität des Traktors, mehr Bodenschonung und mehr Fahrsicherheit auf der Straße ...
Kurz gesagt, auch wenn sie von außen ähnlich sind, unterscheiden sich hochwertige Reifen durch eine ausgeklügelte Mischung sehr spezieller Qualitätsmaterialien, die bei Ihnen für eine lange Lebensdauer und optimale Produktivität sorgen.

Hier die Liste der wichtigsten Materialien, die den Unterschied Ihrer Premium-Reifen ausmachen:

1. Rohstoffe, die Qualität garantieren

Ein hochwertiger Reifen ist das Ergebnis eines anhand von Forschung und Entwicklung sorgfältig austarierten Rohstoffgemischs, das dessen Qualität optimiert.

Hier die wichtigsten Materialien, aus denen ein Reifen besteht und die seine allgemeine Qualität verbessern:

Kautschuk

Links Naturkautschuk, rechts synthetischer Kautschuk

NATURKAUTSCHUK

Naturkautschuk gehört zu den Grundstoffen, aus denen der Gummi des Reifens besteht. Naturkautschuk ist unnachahmlich elastisch, widerstandsfähig, wasserundurchlässig und haftet hervorragend.

Er wird aus Gummibaumsaft in Form von Latex gewonnen. Diese weiße Flüssigkeit ergibt nach dem Koagulieren Latex. Naturkautschuk lässt sich hervorragend vulkanisieren (beim Vulkanisieren geht er aus einem plastischen in einen elastischen Zustand über).

Naturkautschuk ist der wichtigste Bestandteil des Basismaterials. Von der Höhe seines Anteils hängt es ab, ob man es mit einem hochwertigen Reifen oder einem Reifen minderer Qualität zu tun hat.

Preisgünstigere Reifen bestehen im Wesentlichen aus synthetischem Kautschuk, der wesentlich billiger ist, weniger haltbar und nicht recyclingfähig ist.

Ökologische Ernte von Naturlatex

Die Bridgestone-Gruppe verwendet natürliche Ressourcen, die nachhaltig bewirtschaftet werden und besitzt eigene Gummibaumplantagen in Liberia, Afrika. Aufgrund ihres ökologischen Ressourcenmanagements kann die Gruppe ihre Versorgung langfristig und umweltfreundlich sicherstellen. In naher Zukunft werden nur noch zu 100 % nachhaltige Materialien zum Einsatz kommen.

SYNTHETISCHER KAUTSCHUK

Synthetischer Kautschuk wird aus Erdöl gewonnen und mit Naturkautschuk gemischt eingesetzt, um die Widerstandsfähigkeit des Gummis zu verbessern.

  • Das Butadien-Styrol wird in den Laufflächen verwendet, um die Abriebfestigkeit zu erhöhen und die Ozonbeständigkeit zu verbessern.
  • Butadien ist in den Seitenflächen enthalten, um die Stoßfestigkeit zu verbessern.

Zusätze

Zusätze verbessern die Kautschukgrundmischung und bestimmen die Qualität eines Reifens. Bei günstigen Reifen wird vor allem bei diesen Zusätzen gespart.

ZUSÄTZE FÜR DIE VERARBEITUNG DER REIFENGRUNDMASSE

Durch Zusätze wird die Mischung schön homogen und geschmeidig, wodurch u. a. die Formgebungskosten sinken.

Links Harz, in der Mitte Öl und rechts der Kleber

  • 1. Harz
    Harz wirkt der Fixierung entgegen und erleichtert die Verarbeitung des Rohkautschuks beim Mischen, Pressen und Kalandern.
  • 2. Öl
    Öl macht den „rohen“ Gummi weich und erleichtert das Mischen.
  • 3. Kleber
    Der Kleber sorgt für den Zusammenhalt des Gemischs und wird mechanisch untergemischt.

ZUSÄTZE, DIE DEN REIFEN VERBESSERN

Ils permettent d’augmenter le niveau de qualité du pneu, sa résistance, sa longévité…

Links das Schutzmittel, rechts Carbonschwarz

  • 1. Carbonschwarz
    Carbonschwarz entsteht durch Verbrennen von Erdöl. Für den Reifen ist Carbonschwarz sehr wichtig, da es ca. 30 % der Zusammensetzung ausmacht und ihm die schwarze Farbe verleiht, die allen Reifen gemeinsam ist. Bis zum ersten Weltkrieg waren alle Reifen braun, so wie der Naturkautschuk. Allerdings wird Carbonschwarz nicht wegen der Farbe, sondern wegen seiner vielen nützlichen Eigenschaften hinzugefügt:
    » Erhöhung der mechanischen Widerstandsfähigkeit des Kautschuks,
    » ausgezeichnete Wärmeleitung und gleichmäßige Temperaturverteilung im Reifen,
    » Reduzierung der Verformbarkeit des Reifens, der besser in seiner Ausgangsform verbleibt und somit besser rollt.
  • 2. Schutzmittel
    Hierbei handelt es sich um ein Antioxidans, das den Gummi vor der Oxidation mit dem in der Luft vorkommenden Ozon und Sauerstoff schützt, um zu vermeiden, dass die Seiten mit der Zeit oder bei Sonnenexposition rissig werden.

ZUSÄTZE FÜR DIE VULKANISIERUNG

Beim Vulkanisieren wird der Reifen erwärmt, es bilden sich Molekülketten, die bewirken, dass der Kautschuk aus seinem plastischen in einen elastischen Zustand übergeht.

Links Zinkoxid, in der Mitte Schwefel und rechts der Vulkanisierungsbeschleuniger

  • 1. Zinkoxid
    Diese weiße chemische Verbindung ist ein Gemisch aus Sauerstoff und Zink. Sie bewirkt, dass der Reifen Temperatursteigerungen verträgt und fördert die Vulkanisierung.
  • 2. Schwefel
    Schwefel gehört zu den wichtigsten Vulkanisierungsmitteln. Er verbessert die mechanische Festigkeit und sorgt dafür, dass der Kautschuk elastisch bleit. Des Weiteren verringert Schwefel die Empfindlichkeit des Reifens gegenüber Temperaturschwankungen. Er ist ein wichtiges Element für die Bildung von Molekülbrücken. Zu viel Schwefel bewirkt, dass der Reifen zu starr wird, bei zu wenig Schwefel ist der Materialzusammenhalt unzureichend und der Reifen nicht wirklich verschleißfest.
  • 3. Vulkanisierungsbeschleuniger
    Hierbei handelt es sich um ein Vulkanisierungsmittel, das die Vulkanisierung beschleunigt.

 

2. Die Verbindung der Materialien, ein wichtiger Schritt für Qualität

Neben den Rohstoffen an sich, die für die Haltbarkeit des Reifens wichtig sind, kommt es darauf an, wie diese verbunden werden. Diese Zusammenführung ist ein sehr technischer Schritt, der in Tausenden von Forschungs-, Entwicklungs- und Teststunden erarbeitet wurde und die Fertigung eines qualitativ hochwertigen Reifens mit außergewöhnlichen Eigenschaften garantiert.

Ein weiterer wichtiger Faktor für die Haltbarkeit der Reifen ist die Integration der anderen Materialien wie z. B. der Textilien und Metalle, in den Gummi.

Für maximale Widerstandsfähigkeit werden Metalllagen verwendet, die dem Reifen eine hervorragende Solidität gegenüber Stößen verleihen, die ihn formstabil machen und die verhindern, dass er allzu leicht platzt.
Ein Nachteil dieser Konstruktion ist jedoch deren Starrheit. Somit sind diese Reifen besonders gut für Baumaschinen und Spezial-, schmale und Reifen für die Forstwirtschaft geeignet. Die Metalllagen bestehen aus verdrillten Drähten, die wiederum aus Stahl, Kupfer und Zink gefertigt sind.

Für einen Einsatz bei Ackerkulturen oder im Mischbetrieb, wo es vor allem auf die Schonung des Bodens ankommt, werden Reifen mit Metalllagen nur sehr selten verwendet, da sie für diese Zwecke weniger gut geeignet sind. Ein typischer Landwirtschaftsreifen hat Textillagen aus Nylon, Polyester oder auch Kunstseide. Diese Gewebe sind dehnbar, was ein wichtiger Vorteil ist. Sie verstärken die Reifenstruktur, die dennoch elastisch bleibt und ermöglichen, mit sehr niedrigem Druck zu arbeiten. Die Textillagen werden zuvor in einem Latexbad behandelt, damit sie sich gut mit dem umgebenden Gummi verbinden.

Die Verbindung der Materialien

Die Herstellung eines Qualitätsreifens ist ein komplexer Vorgang, bei dem die Interaktionen aller Reifenkomponenten mit den Materialien, die sich jeweils in unmittelbarer Nachbarschaft befinden, berücksichtigt werden müssen. Der für das Reifeninnere verwendete Gummi muss dicht sein, um den Druck halten zu können. Der Gummi, der die Seitenwände bildet, muss maximal elastisch sein, aber trotzdem stoßfest, und der Gummi der Lauffläche muss extrem verschleißfest sein, aber gleichzeitig auch stabil, um die Motor- und Traktionskraft auf den Boden übertragen zu können.

Teile, die einen Reifen bilden

  • 1. Karkasse oder Innerliner
    Das Material, das die Seele des Reifens bildet, muss die Luft halten, Lasten tragen und Stöße absorbieren können. Hier ist auch ein Großteil des luftundurchlässigen Isobuten-Isopren-Kautschuks, auch als IIR oder Butylkautschuk bezeichnet, inkorporiert.
  • 2. Die Seitenflächen
    Qualitativ hochwertige Seitenflächen gewährleisten beides, maximale Elastizität und Seitenstabilität. Sie absorbieren Stöße und sind unempfindlich gegenüber Schnitten durch harte Teile von außen.
  • 3. Die Lagen
    Die Lagen werden von verschiedenen übereinanderliegenden Faser- und Gummischichten gebildet und verleihen dem Reifen seine Stoßfestigkeit.
    Die ersten Lagen sind für den Schutz zuständig, die folgenden Lagen gewährleisten die Stabilität. Sie garantieren, dass der Reifen über seine gesamte Breite arbeiten kann und sich gut lenken lässt.
    Preisgünstige Reifen haben nur die absolut notwendige Anzahl an Lagen, weswegen u. a. auch ihr Preis niedriger ist.
  • 4. Die Lauffläche
    Die Fertigung der Lauffläche ist ein hochkomplexer Vorgang, da diese zum einen aus Gummi besteht, der die Verbindung mit dem Boden herstellt, sowie zahlreichen Stabilisierungslagen über den Schutzlagen der Karkasse.
    Profil- oder Lauffläche vor dem Erhitzen
    Von der Qualität des Profils hängen die Langlebigkeit des Reifens, seine Schnittfestigkeit sowie seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Beschädigungen von außen ab. Das Profil selbst entsteht durch Formabdruck beim Vulkanisieren. Die Qualität dieses Profils bestimmt die Stabilität des Traktors beim Fahren und Lenken.
  • 5. Der Drahtkern
    Hierbei handelt es sich um hochfeste Metalldrähte im Inneren der Wulst, die Stahl, gemischt mit Kupfer und Zinn für den Halt am Gummi, bestehen.
    Der Drahtkern hält die Lagenumschläge der Karkasse fest und verstärkt die Wulst. Die Wulst wiederum ist für die Verbindung des Reifens mit dem Felgensitz verantwortlich und für die Übertragung der Motorkraft zuständig.

 

3. Vorteile eines hochwertigen, technisch ausgereiften Reifens für Ihre Arbeit

Wie bei allem sieht man einem Reifen von außen nicht an, was in ihm steckt.

So kann z. B. die Motorleistung eines Traktors sehr unterschiedlich sein, auch wenn die Karosserie sehr ähnlich ist. Das ist auch bei Reifen so, die je nach Sortiment sehr unterschiedlich sein können, nur kann man leider nicht in sie hineinsehen, es sei denn, man würde sie zerschneiden ... Was man jedoch letztendlich sieht, das sind die Leistungen, und da ist ein Qualitätsreifen gegenüber einem Standardreifen einfach unvergleichlich.

Der VT-TRACTOR von Bridgestone

Vorteil bei der Last:

Die verstärkte Karkasse garantiert mehr Festigkeit bei Stößen und trägt 40 % mehr Last als ein Standardreifen. Ein VF-Reifen verträgt Laständerungen im zyklischen Feldbetrieb, z. B. bei der Ernte, spielend.

Vorteil bei Druck und Bodenschutz:

Aufgrund ihrer besonderen Konstruktion sind die Flanken sehr biegsam, so dass man mit diesem Reifen bei normaler Arbeitsgeschwindigkeit mit einem sehr niedrigen Druck arbeiten kann.

Vorteil bei der Traktion:

Das Design des Profils sowie die Kohäsion des Reifens allgemein sorgen für eine stärkere Traktion und reduzieren Schlupf.

Vorteil bei der Arbeitszeit:

Aufgrund der sehr besonderen Technologie des VT-Tractor kann man mit diesem Reifen kontinuierlich und ohne Zeitverlust wegen der Reifendruckwechsel zwischen Straßen- und Feldbetrieb und umgekehrt arbeiten.
Mit diesem Reifen können Sie auch bei niedrigem Druck auf der Straße fahren, ohne dass dieser darunter leidet.

Vorteil Langlebigkeit:

Durch die Verwendung spezieller Materialien in der Gummizusammensetzung erhöht sich die Lebensdauer der Reifen um einige tausend Stunden im Vergleich mit einem normalen Reifen. Aufgrund der besonderen Zusammensetzung des Gummis ist der Reifen schnitt- und auf dem Asphalt abriebfester.

Vorteil im Straßenbetrieb:

Die verwendeten Komponenten sowie das besondere Profil gestatten ein schnelleres und komfortableres Fahren auf der Straße, ohne bei der Sicherheit Abstriche machen zu müssen.

Dieser Traktor ist mit 4 neuen TV-Tractor-Reifen ausgestattet

Stellen Sie sich nun den Unterschied bei der Produktivität vor, den Sie mit all diesen Vorteilen erreichen. Ein Traktorreifen ist ein wichtiges Produktionsmittel, der im direkten Kontakt mit dem Boden steht, und gute Arbeit ist nun mal mit einem guten Arbeitsmaterial leichter.

 


Der Blog Bridgestone-agriculture.de wird von Traktorreifenexperten geschrieben und überprüft, die Ihnen Tipps geben können, die Sie eventuell im Zusammenhang mit Ihren Landwirtschaftsreifen benötigen. Sie helfen Ihnen bei der Steigerung Ihrer Produktivität mit Informationen zu allen mit Reifen verbundenen Themen: technische Daten von Landwirtschaftsreifen – Leistungsfähigkeit von Landwirtschaftsreifen – Reifeninnendruckempfehlung für Landwirtschaftsreifen – Lösungen zur Vermeidung von Bodenverdichtung – Reifendruck Feldspritze – Ballastieren von Traktorreifen - warum und wie – usw.

Wenn Sie sich weiter informieren und die Rentabilität Ihres Betriebs steigern möchten, empfehlen Ihnen die Reifenexperten unser sehr detailliertes kostenloses Weißbuch, in dem wir erläutern, wie wichtig der Landwirtschaftsreifen für Ihre Produktivität ist.

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